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28/06/2022

Ein Intervisionskonzept als integraler Bestandteil eines psychotherapeutischen Ansatzes

Unter Psychotherapeut:innen ist kollegiale Beratung – dort meist als »Intervision« bezeichnet – weit verbreitet und gängig. Im Kontrast dazu existieren vergleichsweise wenige ausführliche und spezifisch auf diesen Anwendungsbereich bezogene Konzepte, Erfahrungsberichte und wissenschaftliche Untersuchungen.

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) ist der derzeit am besten evaluierte und am weitesten verbreitete psychotherapeutische Ansatz zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Das Konzept der DBT basiert auf Annahmen der kognitiven Verhaltenstherapie, fokussiert jedoch vorwiegend auf Emotionen. Es sieht – zusätzlich zu Supervision als obligatorischem Bestandteil der Behandlung – vor, dass die Psychotherapeut:innen in einem Consultation Team aktuelle Fallsituationen vorstellen und sich in strukturierten Prozessen wechselseitig dazu beraten.

Die Mitwirkung der behandelnden Psychotherapeut:innen in einem Consultation Team soll deren Behandlungsqualität sichern und entwickeln. Gegenseitige Unterstützung und Reflexion dient deren Motivation und Expertise, sodass sie eng orientiert am DBT-Konzept arbeiten. Der Ablauf der Sitzungen eines Consultation Teams folgt einer Agenda, für die es Vorlagen zur Struktur sowie Regeln für die Ausgestaltung der verschiedenen Rollen gibt. Alle Rollen werden abwechselnd und reversibel besetzt, einschließlich derjenigen der Sitzungsleitung.

In einem gemeinsamen Beitrag für das Themenheft »Supervision, Intervision, Coaching« der  Zeitschrift PTT – Persönlichkeitsstörungen: Theorie und Therapie untersuchen Dr. Andreas Schindler, Psychologischer Psychotherapeut und therapeutischer Leiter der Spezialambulanz für Persönlichkeits- und Belastungsstörungen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und Dr. Kim-Oliver Tietze, inwieweit Konzept und Prinzipien dieser Consultation Teams dem Charakter von Intervision entsprechen.

Zusammenfassung des Beitrags

»Intervision (kollegiale Supervision) im Feld der Psychotherapie und Psychiatrie ist ein Beratungsformat, bei dem Mitwirkende sich ohne ausgewiesene Supervisorin wechselseitig zu Problemen in der Behandlung therapeutischer Fälle beraten. Ihre Kernmerkmale sind Fallberatung, Gruppensetting, strukturierter Ablauf und Reversibilität aller Beratungsbeziehungen. Intervision in Gruppen ist weit verbreitet, ohne dass bisher hinreichend untersucht ist, was in diesen Gruppen in welcher Qualität und Quantität abläuft. In der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) sind Consultation Teams (CT) integraler Bestandteil der Behandlung von Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Eine nähere Analyse des CT aus Perspektive der Intervision ergibt, dass das CT die vier Kernmerkmale von Intervision weitgehend erfüllt. Konzept und Praxis des CT integrieren aber Aspekte von Intervision und Fallbesprechung. Darüber hinaus scheint es teils einem objektivistischen und teils einem subjektivistischen Fallverständnis zu folgen. Zudem besteht ein Spannungsverhältnis zwischen Beschlüssen eines leiterlosen CT und der Behandlungsverantwortung in institutionellen Hierarchien.«

Tietze, Kim-Oliver & Schindler, Andreas (2022). Wie viel Intervision steckt in DBT Consultation Teams? PTT – Persönlichkeits­störungen: Theorie und Therapie, 26(2), 188–207. doi:10.21706/ptt-26-2-188

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