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Beratungs-module

Beratungsmodule

Beratungsmodule für kollegiale Beratung

Variationen von Art und Fokus der Beratung ermöglichen gezielte Inspiration für Beratene.

In Phase 4 – Methodenwahl – der sechsphasigen Ablaufstruktur von kollegialer Beratung wählt der:die Fallerzählende ein Beratungsmodul aus, mit dem die kollegial Beratenden in Phase 5 – Beratung – ihre Wortbeiträge gestalten.

Die folgenden sechs Beratungsmodule stammen aus einer Methodensammlung mit 20 Beratungsmodulen, mit denen Anliegen zu Praxisfällen kreativ und passgenau beraten werden. Die umfangreiche Methodensammlung findet sich im Praxisbuch zu kollegialer Beratung.

Hypothesen entwickeln

BERATUNGSMODUL

Hypothesen sind Annahmen zu Bedeutungen, Absichten, Zusammenhängen, Entwicklungen oder Einflüssen, die wir über Menschen, Interaktionen und Konstellationen haben, und die uns gesichert und plausibel erscheinen. Wir erleben, bewerten und handeln in Praxissituationen mit Bezug auf unsere eigenen Hypothesen.

Die Beratenden entwickeln zur Fallsituation des:der Fallerzählenden alternative Annahmen, etwa zu den Absichten der Beteiligten, zu möglichen Bedeutungen von Ereignissen oder zu Erklärungen für Verhalten. Sie beginnen ihre Vermutungen mit: »Eine Hypothese könnte sein …« Neue Hypothesen unterstützen den:die Fallerzählende:n darin, die eigenen Erlebnisse und Bewertungen zum Fall probehalber aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und somit neue Ansatzpunkte für Veränderungen zu entdecken.

Icon zum Beratungsmodul "Resonanzrunde", es zeigt eine Stimmgabel

Resonanzrunde

BERATUNGSMODUL

Fallschilderungen lösen bei Zuhörenden innere Reaktionen und Empfindungen aus, sei es durch die berichteten Inhalte oder durch die Art, wie sie erzählt werden. In einer Resonanzrunde spiegeln die Beratenden wider, was die Fallerzählung bei ihnen selber hervorgerufen hat – sie lassen ihre Gefühle »sprechen«. Gefragt sind emotionale Resonanzen und ihre auslösenden Aspekte, keine allgemeinen Gedanken, Tipps oder Hypothesen.

Die geäußerten Empfindungen der Beratenden können dem:der Fallerzählenden zu größerer Klarheit in mitunter verwirrenden Praxissituationen verhelfen, die mit einem diffusen Gefühlsgemenge einhergehen. Jede Resonanz gibt dem:der Fallerzählenden einen Hinweis darauf, welche emotionale Facette mit dem Praxisfall verbunden sein kann. Oftmals erhält der:die Fallerzählende dadurch Anteilnahme und Verständnis, was ihm:ihr den Rücken stärkt.

Icon zum Beratungsmodul "Gute Ratschläge", es zeigt eine Hand, über der ein Stern schwebt, als Symbol für eine Idee, die übergeben wird

Gute Ratschläge

BERATUNGSMODUL

Ratschläge, die ungebeten oder versteckt gegeben werden, lösen häufig Unwillen aus. Bei »Gute Ratschläge« hingegen sind ernstgemeinte und ungewöhnliche Empfehlungen und Tipps seitens der Beratenden ausdrücklich erwünscht. Mit der Wahl dieses Beratungsmoduls erteilt der:die Fallerzählende ihnen quasi die »Lizenz« zum »Ratschlagen«.

Die Beratenden müssen allerdings jeden ihrer Ratschläge formelhaft ankündigen, etwa mit »Ich gebe dir den Ratschlag, dass …«, »Ich empfehle dir, …« oder auch »Mein Tipp an dich: …«. Durch diese Einleitungen wird betont, dass es sich nicht um versteckte Empfehlungen handelt und der:die Fallerzählende grundsätzlich autonom darin bleibt, die Ratschläge anzunehmen oder auch abzulehnen. Indem die Beratenden ihre Empfehlungen wertschätzend formulieren, ermöglichen sie dem:der Fallerzählenden, die Inhalte zu beachten.

Icon zum Beratungsmodul "Identifikation", es zeigt Silhouetten von zwei Köpfen, die ineinander ragen

Identifikation

BERATUNGSMODUL

Wenn für den:die Fallerzählende:n die Positionen oder Handlungen von Personen, die an der Fallsituation beteiligt sind, wenig klar, verständlich oder zugänglich sind, können die Beratenden Vermutungen darüber anstellen, was in den »Anderen« vor sich gehen könnte und wie diese die Fallsituation sehen.

Bei »Identifikation« nehmen die Beratenden die Rollen relevanter »Anderer« ein und sprechen direkt aus den jeweiligen Rollen heraus aus, was diese möglicherweise über ihr eigenes Verhalten, über den:die Fallerzählende:n oder zur Fallsituation denken. Die Reihenfolge, in der die Beratenden die »Anderen« nacheinander zu Wort kommen lassen, schlägt der:die Fallerzählende am Anfang vor.

Der:die Fallerzählende prüft für sich beim Zuhören, inwieweit benannte Sichtweisen zutreffen könnten und welche Bedeutung sie für einen künftigen Umgang mit der Fallsituation haben könnten.

Kopfstand-Brainstorming

BERATUNGSMODUL

Die Beratenden entwickeln paradoxe Vorschläge für den weiteren Umgang des:der Fallerzählenden mit dem Praxisfall. Damit bieten sie ihm:ihr ungewöhnliche Perspektiven für eine vielleicht festgefahren erlebte Situation. Sie bieten die Chance, die Denkrichtung sowie Bewertungen zu ändern, und sie öffnen den Blick für neue Einsichten.

Eingangs wird das in der Schlüsselfrage enthaltene Anliegen des:der Fallerzählenden in die Gegenrichtung formuliert, quasi »auf den Kopf gestellt«. Dann tragen die Beratenden ihre »verkehrten« Empfehlungen zusammen, mit welchen Gedanken, Bewertungen und Handlungen der:die Fallerzählende die erlebte Praxissituation verschlimmern könnte.

Beispiel: Statt »Wie kann ich Frau Paulsen dazu bewegen, fokussierter an ihren wichtigen Aufgaben zu arbeiten?« lautet eine »verkehrte« Schlüsselfrage: »Wie kann ich Frau Paulsen darin unterstützen, sich noch weniger ihren bedeutsamen Aufgaben zu widmen?«

Auf Wunsch des:der Fallerzählenden formulieren die Beratenden einige interessante Vorschläge wieder um und stellen sie damit »zurück auf die Beine«.

Icon zum Beratungsmodul "Actstorming", es zeigt eine eckige Sprechblase, in der sich zwei französische Anführungszeichen befinden, so genannte Guillemets

Actstorming

BERATUNGSMODUL

Wenn der:die Fallerzählende für eine Praxissituation Anregungen braucht, in welchen Worten und Formulierungen er:sie etwas in einem geplanten Gespräch ausdrücken könnte, dann eignet sich ein »Actstorming«*. Dabei schlagen die Beratenden Sätze vor, die der:die Fallerzählende verwenden könnte, um erwünschte Auswirkungen zu erreichen. Etwa zur Frage: »Wie kann ich Herrn Wilms auf das ansprechen, was mich stört, ohne dass er dicht macht?«

Voraussetzung für ein Actstorming ist, dass der:die Fallerzählende ein konkretes Gespräch plant, die Beteiligten weiß und eine Vorstellung davon hat, was er:sie erreichen möchte.

Im Actstorming sprechen die Beratenden abwechselnd Sätze, die dazu beitragen könnten, dass das Gespräch im Sinne des:der Fallerzählenden verläuft. Unterschiedliche Ansätze, Varianten und Betonungen – etwa direkter Klartext oder diplomatisch-zurückhaltend – sind erwünscht. Der:die Fallerzählende lässt die Wortbeiträge in Inhalt und Tonfall einfach auf sich wirken und prüft, was ihm:ihr geeignet erscheint und was für sie:ihn passen könnte.

* Nach: Redlich, A. (1994). Berufsbezogene Supervision in Gruppen. Band 19 der Materialien aus der Arbeitsgruppe Beratung und Training. Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg.

Das Praxisbuch zu kollegialer Beratung

Wer eine Gruppe aufbauen möchte, die kollegiale Beratung wirkungsvoll praktiziert, findet hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, erprobte Methoden und viele Praxisbeispiele.

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