Stimmen zum Buch "Kollegiale Beratung"

Aus: "Personalführung", Heft 9/2003:

Kollegiale Beratung

Wie sag ich's meinem Chef? Eine Frage für die kollegiale Beratung: Sechs Köpfe ersinnen mehr Auswege aus verzwickten Situationen als einer, und wenn man den eigenen Problemfall von unbeteiligten Kollegen ausleuchten lässt, zeichnet sich manche Lösung ab, die bislang im Dunkeln lag. Die Methode entstammt der Lehrerbildung der 70er-Jahre und scheint schon fast ein wenig angestaubt. Für die Personalentwicklung in Organisationen ist die gleichberechtigte Prozessberatung unter kommunikationstheoretischen Laien aber erst in der zweiten Hälfte der letzten Dekade entdeckt worden.

Kim-Oliver Tietze liefert jetzt eine ausführliche 'Bedienungsanleitung' für dieses Instrument. Dabei verschweigt er nicht, dass Vorsicht vor entgleisender Gruppendynamik geboten ist und warnt auch, die Grenzen der Methode zu überschreiten. Dass kollegiale Beratung nicht nur dem Ratsuchenden zu einem erweiterten Handlungsrepertoire verhilft, sondern auch die soziale Kompetenz der anderen Rolleninhaber fordert und fördert, wird deutlich, wenn man die Aufgaben analysiert, die den Einzelnen in den verschiedenen Beratungsphasen zufallen. Vor allem dem Moderator und dem Prozessbeobachter werden hohe Analyse und Einfühlungsfähigkeit abverlangt.

Die insgesamt 20 angebotenen Methoden-Bausteine ("Actstorming", "Kreuzverhör", "Zwei wichtige Informationen") werden in einen Basis-Werkzeugkasten für ungeübte Gruppen und eine Toolbox für erfahrene Kollegien eingeordnet. Auch die Notwendigkeit des "rituellen" Ablaufs der Sitzungen wird anhand der eingehenden Schilderung einer exemplarischen Gruppenberatung plausibel.

Den Hauptteil des Bandes widmet der Psychologe ausschließlich der praktischen Anwendung. Jetzt bleibt dem Leser nur noch, mindestens vier Gleichgesinnte zu finden, die zum Initiator der Gruppe passen und die ebenfalls die Lektüre in Angriff nehmen wollen. Die empfohlene Einübung bei einem Startseminar und die gelegentliche Beseitigung von Störungen wird sie aber wohl kaum ersetzen.

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Aus: Newsletter von Management Wissen Online (MWonline.de) Nr. 288 vom 30.9.2003:

Kollegiale Beratung

Der Ansatz ist ebenso bestechend wie pragmatisch: Vieles von dem Wissen, das in einem Unternehmen benötigt wird, steckt bereits in ihm - bzw. in seinen Mitarbeitern. Warum es nicht konsequent nutzen? Gemeint ist hier das Wissen, dass jemand konkret an seinem Arbeitsplatz benötigt, aber das ihm im Moment nicht zur Verfügung steht. Oder auf das er allein gerade nicht kommt. Er kann einen Kollegen fragen - oder eine ganze Gruppe. Womit wir bei der kollegialen Beratung wären.

Darunter ist ein strukturiertes Gespräch in der Gruppe gemeint, bei dem ein Teil-nehmer sein Anliegen schildert und er von den übrigen mit verteilten Rollen beraten wird, um zu einer konkreten Schlüsselfrage Lösungen zu entwickeln. Wichtig bei einer solchen kollegialen Beratungsgruppe ist, dass hier keine Personen mit hierarchischer Über- oder Unterstellung zusammen sitzen und dass es hierbei nur um Themen aus dem beruflichen Umfeld geht.

Der Autor beschreibt sehr strukturiert Schritt für Schritt das Vorgehen bei der kollegialen Beratung, die Funktion der einzelnen Rollen (Fallgeber, Berater, Moderator, Sekretär), Beratungsmethoden, die auch für "Beratungslaien" geeignet sind wie Brainstorming, Kopfstand-Brainstorming u.a., bietet eine Reihe von konkreten Fallbeispielen und versetzt den Personalentwickler mit diesem Buch in die Lage, die Methodik in einem Unternehmen einzuführen. Manchmal ist es vielleicht sogar ein wenig zu strukturiert, aber damit ist sicher gestellt, dass wirklich alle Aspekte dieses Vorgehens berücksichtigt sind. Empfehlenswert.

Johannes Thönneßen

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Aus: Newsletter von TOPS München-Berlin e.V. (www.tops-ev.de), auch in "Training Aktuell"

Für Sie gelesen: Kollegiale Beratung

Beratung unter Kollegen gibt es schon immer – zu zweit beim Mittag essen, abends in der Kneipe oder bei einer Freizeitunternehmung. Ohne diese informelle Hilfe bei beruflichen Problemen kommt wohl keiner durch’s Berufsleben. Sollten diese Gespräche nun psychologisch- methodisch geführt werden? Auch wenn Ideen dieses Buches für informelle Gespräche nützlich sind, so geht es hier darum, wie sich Kollegen in einer regelmäßig stattfindenden Gruppe von maximal 10 Personen sich gegenseitig beraten können.

Der Autor will für den Einstieg ein "Lehr- und Lernbuch" anbieten, aber auch ein Nachschlagewerk für den "Methodenkoffer". Zentral für diesen Ansatz ist der strukturierte Ablauf des Beratungsgespräches. Ziel ist, Lösungen für berufliche Praxisprobleme zu entwickeln. Damit solche Gespräche nicht entgleiten – in einen "Kaffee-Klatsch" oder zur ungefragten Therapiesitzung – erhält jeder zu Beginn eine Rolle und Aufgabe. Der Moderator leitet das Gespräch, der Fallerzähler schildert ein berufliches Anliegen, die Berater bringen ihr Fachwissen und ihren Erfahrungshintergrund für die Problemlösung ein und ein Sekretär protokolliert die Ideen. Dabei sind Ablauf und Methoden allen Beteiligten bekannt.

Der Autor empfiehlt sechs Phasen der kollegialen Beratung einzuhalten: 1. Im "Casting" werden die Rollen besetzt. Die Teilnehmer benennen ihre Anliegen, Moderator und Fallerzähler werden ausgewählt. 2. In der "Spontanerzählung" schildert der Fallerzähler seine Situation. Dies sollte die wesentlichen Informationen vermitteln, um die Situation weitgehend zu verstehen. 3. Der Fallerzähler formuliert mit Unterstützung des Moderators eine "Schlüsselfrage", die ihn an der genannten Situation besonders interessiert. Die Frage kann sich auf die Veränderung von Arbeitsabläufen beziehen, auf die Vor- oder Nachbereitung eines schwierigen Gespräches, oder primär auf die Klärung eines inneren Konfliktes. Umso prägnanter die Schlüsselfrage formuliert werden kann, umso nützlicher sind meist die Lösungsideen.

4. Nun wird eine Methode zur Bearbeitung ausgewählt. Der Autor plädiert für eine kleine Auswahl von Methoden wie zum Beispiel "Brainstorming", "Mein erster kleiner Schritt in Richtung Lösung wäre...", ein "Sharing" oder kurze Kommentare zum Geschehen. Die Methoden sind bewusst einfach, um sie auch ohne psychologische Ausbildung anwenden zu können. Erfahrene Gruppen finden noch andere Ideen wie Rollenspiel, Umdeuten, "Inneres Team" oder Metaphern. In der 5. Phase werden die Antworten auf die Schlüsselfrage entwickelt. Der Sekretär protokolliert. Abschließend zieht der Fallerzähler Bilanz und bedankt sich. Der Moderator kann sich Feedback zu seiner Moderation holen, was besonders zu Beginn einer Gruppe empfohlen wird. Natürlich schützen Struktur und Methode nicht vor Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit – hier kann eine "Klärungshilfe" von außen erforderlich werden.

Fazit: Eine empfehlenswerte einfache und doch fundierte Anleitung für kollegiale Beratung in sich selbst steuernden Gruppen.

Hubert R. Kuhn

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Aus: management & training, 12/2003:

Kollegen beraten

Mit seiner "Allgemeinen Psychologie der Kommunikation" prägte Friedemann Schulz von Thun Ende der siebziger Jahre die ersten systematischen Trainings zu Gesprächsführung und Kooperation im betrieblichen Kontext. Er ist auch Herausgeber der Reihe "Miteinander Reden: Praxis", in der nun Kim-Oliver Tietze den Band "Kollegiale Beratung - Problemlösungen gemeinsam entwickeln" veröffentlicht hat. Eine einfache Idee, so der Autor, liege seinem Konzept zugrunde: praxiserfahrene Menschen lernen voneinander, beraten sich in ihrem Arbeitsfeld bei beruflichen Problemen gegenseitig in qualifizierter Form. Für diesen Ansatz bietet sein Buch ein methodisches Modell mit operativen Anleitungen, eine Menge praktischer Beispiele und Hinweise zur konkreten Umsetzung. Kollegiale Beratung ist definiert als strukturiertes Gruppengespräche, in der ein Gruppenmitglied von den anderen Teilnehmern in einem geregelten Ablauf mit verteilten Rollen beraten wird. Ziel des Gesprächs: Der Beratene entwickelt im Dialog mit der Gruppe Lösungen für eine ihn direkt betreffende Problemstellung. Das Spektrum möglicher Themen reicht von Interaktions-, Rollen- oder Kommunikationsfragen bis hin zu offenen Entscheidungen oder Störungen auf der Beziehungsebene. Grundbedingung ist ein direkter Bezug zur tatsächlichen Berufspraxis. Das Methodenrepertoire ist breit und differenziert angelegt: Mehr als 60 Seiten widmet Tietze den verschiedenen Varianten der Beratungsform in kollegialen Gruppen: Von "Schlüsselfragen" über "Resonanzrunde" bis hin zu "Actstorming" und "Metaphern" stellt er Wege der Lösungsfindung für Problemfälle vor. Die Kreativität dieses Prozesses ist eingebettet in einen bewusst stabilen Rahmenablauf. Dieser durchläuft sechs Phasen, die dramaturgisch und zielorientiert strukturiert sind. Zu den Spielregeln gehört auch die zeitliche Vorgabe: nach rund 60 Minuten kann der Fallerzähler Bilanz ziehen und sich für den Rat der Kollegen bedanken.

Der Nutzen liegt ebenso auf der persönlichen Ebene wie auf der der Organisation: Der Einzelne erfährt die Unterstützung der anderen, profitiert vom "Experience Sharing", agiert aber auch gruppendynamisch gleichwertig, da er in wechselnden Rollen beraten wird und selbst berät. Die Organisation wächst durch Vernetzung von Sichtweisen und Aufgabenstellungen, durch die Entwicklung von Methodenkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Tietze legt einen praxisorientierten Text vor, der die partnerzentrierte Kommunikation der therapeutischen Beratungspraxis widerspiegelt. So trifft der Leser im Methodenrepertoire auf vertraute Begriffe wie nondirektive Gesprächsführung, aktives Zuhören, erkundendes Nachfragen und konstruktives Feedback. Komplementär dazu die Wertewelt des Modells: Wertschätzung, Vertrauen und Respekt bilden die Voraussetzung für den produktiven Prozessverlauf. Manches ist recht idealtypisch skizziert, stellenweise tauchen in gut gemeinter pädagogischer Fürsorglichkeit Redundanzen auf - insgesamt aber bietet das Modell anregende Ideen für Trainer/ Personalentwickler wie auch für Mitarbeiter selbst, die in Eigeninitiative das Lösen von Problemen kreativer und zugleich effektiver gestalten wollen.

Dr. Rolf Gilbert

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Aus: Organisationsentwicklung. Zeitschrift für Unternehmensentwicklung und Management. Heft 4/2003:

Kollegiale Beratung

Die Hamburger Kommunikations- und Beratungs-Köche rund um Friedemann Schulz von Thun (Herausgeber der Reihe "Miteinander Reden: Praxis" im Rowohlt Verlag sind derzeit ziemlich aktiv (siehe Buchbesprechung Karl Benien: Schwierige Gespräche führen; in ZOE 2/2003). Sie verstehen es immer wieder, aus einer vergleichsweise übersichtlichen Zutaten- und Rezeptliste überraschend neue Menüs zu kreieren.

Kim-Oliver Tietzes "Kollegiale Beratung" bezieht sich zwar nur locker auf die Hamburger Kommunikationsschule, doch ihr Einfluss auf seinen Ansatz ist unverkennbar. Die Stärke des Buches liegt weniger darin, dass es wesentlich Neues liefert, als vielmehr bekannte Methoden und Verfahren auf interessante Art neu zusammenstellt und - vor allem - didaktisch sehr gut aufbereitet. Dabei setzt der Autor auf Bewährtes und versucht seinen Leserinnen und Lesern die zum Teil durchaus anspruchsvolle Kost leicht zu servieren. Voraussetzungen, Phasen, Methoden, Einsatzbereiche und Grenzen der Methode werden sehr anschaulich und klar dargestellt.

"Kollegiale Beratung" möchte es Menschen in beruflichen Zusammenhängen ermöglichen, sich nach einer eventuellen "Starthilfe" ohne "professionelle" Unterstützung mit "verteilten Rollen" beraten zu können, um Lösungen für konkrete berufliche Schlüsselfragen zu entwickeln. Das Buch wendet sich - in meiner Lesart und entgegen den Ankündigungen im Vorwort - insbesondere an solche Interessierte, die bislang wenig bis keine beraterische Erfahrungen haben. Der Hund liegt aber genau dort begraben, denn eine "kollegiale Beratung" stellt hohe Anforderungen an ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Offenheit, Verbindlichkeit, Vertraulichkeit, Wertschätzung, Selbstverantwortung sowie aktive Beteiligung sind (mindestens) verlangt.

Inwieweit wir diese sozialen Kompetenzen in heutigen Unternehmen und Organisationen tatsächlich vorfinden bzw. wie sehr sie Gegenstand von Personal- und/oder Organisationsentwicklung sind, bleibt fraglich. Unbezweifelt scheint mir aber die Notwendigkeit, das Menschen in Organisationen selber grössere Verantwortung für die Lösung ihrer (sozialen) Probleme übernehmen (können). Dafür kann man mit der Methode von Kim-Oliver Tietze sicher einen Weg beschreiten. Andere und weitere Schritte sind jedoch gleichfalls gefragt.

Michael Zirkler

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Aus: "Wirtschaft & Weiterbildung", Heft 9/2003:

Gemeinsam was entwickeln

Die Besonderheit der "kollegialen Beratung" liegt darin, dass die teilnehmenden Mitglieder sich wechselseitig beraten und die Gruppe eigenständig vorgeht. Sie orientieren sich dabei an einer einfachen und klaren Struktur, die ihnen ein systematisches Vorgehen erlaubt und verhindert, dass das ganze zum Kaffeeklatsch mutiert. Das Kapitel "Ablauf der kollegialen Beratung" schildert exemplarisch eine "kollegiale Beratung" und beschreibt ausführlich die Aufgaben aller Beteiligten. Eine ergänzende Sammlung von Methodenbausteinen erhält weitere verständliche Anleitungen. Das Buch, das von einer klaren "unpsychologischen" Alltagssprache lebt, kommt gerade zur richtigen Zeit, weil es zeigt, wie Trainer sich in der Krise eine berufliche Heimat aufbauen können.

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Aus: "Amazon.de", 7. März 2004, Kundenbewertung: ***** von *****

Kollegiale Beratung

Fragen in der "kollegialen Beratung" wären: "Wie sag ich's meinem Azubi?" oder: "Wie lässt sich das hier alles ändern?" oder: "Mit dem Kunden will ich nicht mehr verhandeln!" oder: "Das müsste der Chef eigentlich wissen!"

Oben genannte Fragen lassen sich in der "kollegialen Beratung" stellen und umsichtig beantworten, wenn die Gruppenmitglieder/Kollegen zur Kooperation bereit sind und dieses Werkzeug des Changemanagements praktizieren wollen. Mehrere Köpfe sind in der Regel weiser als einer, um Auswege aus konfliktreichen Situationen zu erarbeiten und zur Veränderung vorzuschlagen. Der Autor K.-O. Tietze entlieh sich die Idee und Vorgehensweise seiner "kollegialen Beratung" der Lehrer Aus- und Fortbildung in den vergangenen 30 Jahren. Jetzt wird dieser Beratungs-Typ als große Idee für die Personalentwicklung in Organisationen - zu Recht - angeboten und bereits in Trainingsseminaren eingebracht und angewandt. K.-O. Tietze liefert außerdem eine ausführliche Bedienungsanleitung für dieses Führungs- bzw. Gruppenentwicklungsinstrument. Als Fachkenner betont er ausdrücklich die Behutsamkeit, die der Beratungsleiter zur Problemlösung einhalten und auf die Mitglieder übertragen muss. "Kollegiale Beratung" verhilft nicht nur zum erweiterten Handlungsrepertoire, sondern fördert und fordert die Teilnehmer in ihrer sozialen Kompetenz und Rollenklärung. Der einzelne Ratsuchende stellt sich verschiedenen Beratungsphasen. Der Moderator bzw. Prozessbeobachter wird nur Chancen in seiner Aufgabenstellung wahrnehmen können, wenn er eine hohe Mitdenk- und Einfühlungsfähigkeit an den Tag legt.

Von den insgesamt 20 angebotenen Methoden-Bausteinen stelle ich "Act-Storming", "Kreuzverhör", "Zwei wichtige Informationen" besonders heraus, die für ungeübte Gruppen und eine Toolbox für erfahrene Kollegen. Die Notwendigkeit des erwarteten rituellen Ablaufs der Sitzung wird mir noch einmal plausibel vorgestellt. Der Schwerpunkt dieser Veröffentlichung widmet sich der Beratungs-Psychologie inklusive deren Anwendung.

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:

  • Grundlagen der kollegialen Beratung
  • Merkmale
  • Die Kollegialität der kollegialen Beratung
  • Ziele der kollegialen Beratung
  • Herkunft der kollegialen Beratung
  • Der Ablauf der kollegialen Beratung
  • Methodenbausteine für die Beratung
  • Methodenbausteine für erfahrene Gruppen
  • Die Praxis der kollegialen Beratung

Für die erew BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge aus Viersen, D (Top-50-Rezensent)

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Aus: LO - Lernende Organisation, Ausgabe Nr. 18, März/ April 2004:

Kollegiale Beratung

Aufbauend auf Friedemann Schulz von Thuns Buchreihe "Miteinander Reden 1 – 3" stellt der Autor hier Methoden vor, die eine Gruppe wählen kann, um ein spezifisches Problem eines Gruppenteilnehmers zu bearbeiten. Das Buch richtet sich daher an Projektleiter, Supervisoren, Teamcoaches und Führungskräfte, die an der Praxisqualifizierung von Systemmitgliedern arbeiten wollen.

"Kollegiale Beratung" versteht sich dabei als Methodik, die in Gruppen ohne einen professionellen Berater stattfindet, aber dennoch über einen festen Ablauf verfügt und alle Teilnehmer aktiv an der Beratung beteiligt. Darin werden jeweils Lösungen für berufliche Praxisprobleme erarbeitet, die allen Teilnehmern gleichzeitig als Best Practices dienen können.

Das Buch folgt nicht explizit einer bestimmten Haltung; aber es enthält viele Methodiken und Instrumente, die durchaus aus einer systemisch-konstruktivistischen Perspektive heraus angewendet werden können und vor allem unter der Perspektive des Wissensmanagements angewandt werden können, um Wissen zu teilen.

Ein reicher Fundus für Methodeninteressierte, aber auch für Verantwortliche, die kollegiale Beratung als Methode an sich in ihrem Team einführen wollen.

rezensiert von Sonja Radatz

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